Medienkonsum als Straftat

von Mirko Laudon

Unter der Flagge „Schutz vor Kindesmissbrauch“ segeln seit einiger Zeit Strafvorschriften im StGB, nach denen bereits der Besitz bestimmter Medien zur Begründung von Strafbarkeit ausreicht. Die Vorschriften über das Verbreiten kinderpornographischer (§ 184b StGB) und jugendpornographischer (§ 184c StGB) Schriften wurden zuletzt 2008 erheblich erweitert. Dennoch meint die Politik auf Grund der Erfahrungen mit dem „Fall Edathy“, das Pornographie-Strafrecht noch weiter ausdehnen und verschärfen zu müssen, weil die Gesetzeslage zur strafrechtlichen Erfassung einschlägiger Fälle nicht ausreichend sei. Die Schnelligkeit, mit der dieses Vorhaben auf den Weg gebracht wurde, lässt erahnen, dass eine gründliche wissenschaftlich begleitete Analyse der für und gegen Strafrechtsverschärfung sprechenden Erwägungen nicht stattgefunden hat. Dies kennzeichnet schon länger die Kriminalpolitik im europäisierten Rechtsraum Deutschland, scheint jedoch in der Öffentlichkeit wenig Beunruhigung auszulösen.

Mit diesen einleitenden Worten analysiert Prof ...

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