Facebook „Custom Audiences“ – Bußgelder drohen

von Lea Paschke

Bereits im Dezember letzten Jahres haben wir ausführlich über die Möglichkeiten einer datenschutzkonformen Nutzung des Facebook-Tools „Custom Audiences“ sowie über die drohenden Rechtsfolgen bei einer unzulässigen Nutzung dieses Tools berichtet.

Zwischenzeitlich wurde nun auch durch eine Aufsichtsbehörde für den Datenschutz der Einsatz des Marketing-Tools ohne die Einholung der vorherigen Einwilligung der Betroffenen als rechtswidrig eingestuft. In seinem Tätigkeitsbericht für die Jahre 2013 und 2014 hat das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) Unternehmen die Eröffnung von Bußgeldverfahren in Aussicht gestellt, falls diese das Tool ohne die Zustimmung der Betroffenen einsetzen.

„Custom Audiences“ – Was ist das?

Mit Hilfe von „Custom Audiences“ können Unternehmen Kundenstammdaten (etwa E-Mail-Adressen oder Telefonnummern) bei Facebook hochladen, die Facebook-Profile ihrer Kunden identifizieren und sodann Werbung gezielt auf den Profilen einblenden. Da die Daten vor ihrer Übermittlung an Facebook lokal gehasht werden, stellte sich Facebook bislang auf den Standpunkt, dass die Verarbeitung der Daten anonym geschieht.

Dass die Daten – nur aufgrund der Anwendung eines Hashverfahrens – keinen Personenbezug aufweisen, ist ein gefährlicher Trugschluss. Dem Empfänger der Daten (hier Facebook) ist es möglich, die übermittelten Hashwerte der Kunden einem bestimmten Mitglied (mit demselben Hashwert) zuzuordnen. Diesem Mitglied werden dann gezielt Anzeigen des Unternehmens eingeblendet. Darüber hinaus erlangt Facebook bei Übereinstimmungen automatisch Informationen darüber, wer Kunde des Werbenden ist bzw. wer dessen Newsletter abonniert. Ein Personenbezug im Sinne des § 3 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist daher gegeben.

Auch das BayLDA kam im Rahmen seiner Bewertung des Tools zu diesem Ergebnis – jedoch mit einer anderen Begründung ...

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