Schusters Schuhe und des Steuerberaters Kanzlei

von Till Mansmann

Schusters Schuhe sind oft die schäbigsten. Der Gute hat bei der ganzen Arbeit mit anderer Leute Schuhwerk einfach nicht genug Zeit für das eigene. Ganz ähnlich ist es mit vielen Steuerberatungs-Kanzleien: Der wichtigste Berater der meisten Unternehmen im Mittelstand hat den eigenen Laden oft gar nicht so gut im Griff, wie man annehmen sollte. An einer Scheu vor Zahlen, wie man es von so manchem Handwerksunternehmen kennt (Unternehmensführung hat halt immer genau damit zu tun, wer nicht rechnen kann, kann auch kein guter Unternehmer sein), liegt das nicht. Es liegt an der Zeit. Genau genommen an der Nicht-Zeit, die sich Steuerberater dafür nehmen wollen.

Das Steuerrecht steht bei den meisten sehr, sehr weit im Vordergrund. Das kann man auch an den Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen sehen: Da gibt es unglaublich viel zu unglaublich vielen Spezialgebieten im Steuerrecht. Aber nur ziemlich wenig, wenn es um Kanzleiorganisation oder –management geht.

Letzte Woche fand das NWB Forum Kanzleierfolg statt: Zwei Tage Vorträge, Streitgespräche und intensiver Austausch darüber, wie man eine Steuerberatungskanzlei wirtschaftlich zum Erfolg führt. Über 130 Steuerberater waren dabei – es wären deutlich mehr gewesen, wenn alle zum Zuge gekommen wären, die gewollt hätten: Die Veranstaltung war schon Monate im Voraus ausgebucht. Man kann also nicht sagen, dass der Bedarf nicht da wäre.

Es war das vierte Mal, dass ich als Redakteur des „SteuerberaterMagazins“ beim Forum dabei war. Auffällig ist: Die Steuerberater, die kommen, sind eigentlich die, die ihre Kanzleien bereits sehr bewusst als Unternehmer führen – und die es noch besser machen wollen ...

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