Der geplatzte Deal – Einer redet, einer sitzt!

von Peter Ratzka

Mäxchen, Fritzchen und Paulchen hatten Ärger. Man meinte, sie beim Klauen erwischt zu haben.

Mäxchen und Fritzchen waren von der Polizei mit der Diebesbeute erwischt worden. Mäxchen meinte, er sei nur zufällig da. Fritzchen meinte, das Zeug sei Paulchens Eigentum. Paulchen wiederum, kurz darauf polizeilich befragt, meinte zum Tatzeitpunkt gar nicht im Lande gewesen zu sein und beschuldigte Fritzchen. Fritzchen und Paulchen waren sich aber einig, dass Mäxchen nichts mit der Sache zu tun haben sollte.

Den Überblick verloren? Nein? Gut! Dann weiter:

Die Staatsanwaltschaft machte es sich einfach und klagte alle drei an. Vor- und im Raum stehende Gesamtstrafen machten eine Verteidigung aller drei gesetzlich notwendig. Da der Schaden schon im Vorfeld angerichtet war, wollten sich alle drei einlassen. Mäxchens Verteidiger bremste diesen erstmal und fühlte bei den anderen Verteidigern erstmal nach, ob sich bei Einlassungen der Anderen eventuell für Mäxchen negative Folgen bilden könnten. Dem war nicht so, denn Fritzchen und Paulchen waren sich immer noch einig, Mäxchen aus allem raushalten zu wollen.

Bei Verhandlungsbeginn trafen sich die Profi-Juristen zunächst im Hinterzimmer um über eine mögliche Verkürzung des Verfahrens nachzudenken (Verfahrensabsprache / Deal). Nach einigem Hin und Her war klar, dass im Falle einer Einräumung der Tatvorwürfe Mäxchen und Paulchen mit einer Einstellung des Verfahrens nach § 153 Abs. 2 StPO zu rechnen hatten. Für Fritzchen sollte es im Rahmen einer sogenannten nachträglichen Gesamtstrafenbildung eine sehr moderate Erhöhung der Strafe geben. Alles in allem eine vernünftigte Lösung ...

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