Titanic – Fachblatt für Markenrecht, seit gerade eben…

von Christian Franz, LL.M.

Als Markenrechtler hat man ja eigentlich täglich das Problem, dass man seine Einschätzung zu Verwechslungsgefahr und Co. recht aufwändig gegenüber den kaufmännischen Mandanten erläutern oder sogar rechtfertigen muss. Die Titanic fasst sehr treffend zusammen, warum man mit elaborierten Analysen zum Prinzip der kommunizierenden Röhren etc. eher selten Gehör findet – lesenswert.

Nun ist die Titanic zwar für Deutschland unverzichtbar – die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hätte es in geschehener Form ohne die Titanic nicht gegeben. Als Fachblatt für Markenrecht ist sie dagegen eher selten in Erscheinung getreten.

Das hat sich gerade geändert. Diese Zusammenfassung des Goldbärenfalls (BGH, Urt. v. 23.09.2015, I ZR 105/14 – Goldbär) werde ich jedem Mandanten präsentieren, der einfach nicht einsehen will, warum sein Bauchgefühl irgendwie nicht so relevant ist. Sie illustriert nämlich wunderbar, dass die Prüfung markenrechtlicher Verwechslungsgefahr verkopfter Murks ist, der sich von der vielbeschworenen Verkehrsauffassung schon lange und weit entfernt hat. Viele Urteile kann man nur noch als geschulter Markenrechtler nachvollziehen – gefällt werden sie aber für Kaufleute.

Aber vielleicht kann man die dort beschriebene Vorgehensweise ja rechtstheoretisch aufgreifen. Die Methode wäre auf jeden Fall lustiger als das Subsumieren unter kaum verhüllte Leerfloskeln rund um den „Gesamteindruck“ – und vermutlich führt sie auch zu besser vorhersagbaren Ergebnissen ...

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