Große Sportevents nur auf Kosten der Steuerzahler – Teil 1

von Matthias Trinks

Wovon der normalsterbliche Unternehmer nur träumen kann, ist in der internationalen Sportwelt gang und gäbe: umfassende steuerliche Entlastung. Besonders ärgerlich ist dabei die Intransparenz, mit der die Finanzbehörden auf Steuereinnahmen verzichten.

Durch die Bewerbung für den Ryder Cup 2022 – einem der prestigeträchtigsten Golfturniere der Welt – wurde es medienwirksam publik gemacht: Deutschland verzichtet bei internationalen Sportevents auf die Besteuerung der Organisatoren. Grundlage ist eine Sonderregelung im Einkommensteuergesetz, welche bei Großveranstaltungen von öffentlichem Interesse die Möglichkeit zum Steuererlass gewährt. Mit reichlich Lobbyarbeit konnte aktuell nun auch die Ryder Cup-Bewerbung um den Punkt „Steuerbefreiung“ ergänzt werden. Als passionierter Hobbygolfer, der selbst ab und zu am Bewerberort Bad Saarow unterwegs ist, muss ich das zugegebenermaßen ein Stück weit begrüßen. Der volkswirtschaftliche Nutzen einer solchen Steuerbefreiung ist indes schwer umstritten. Selbst für die Fußball-WM 2006 hatten die Experten im BMF da so ihre Zweifel. Denn der öffentlichen Hand entstehen im Zusammenhang mit solchen Events erhebliche Kosten (Sicherheit, Infrastruktur, etc.). Nur staunen konnte man etwa über den Millionenbetrag, den Berlin allein aufgewendet haben soll, um die UEFA-Funktionäre beim letzten Champions League-Finale zu hofieren.

Überhaupt erscheint das ganze Prozedere der Steuerbefreiung reichlich intransparent ...

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