Ein Presseartikel kommt selten allein

von Evgeny Pustovalov

Ein Presseartikel kommt selten allein

Von Evgeny Pustovalov, 25. September 2015

Journalisten schreiben voneinander ab.

Dieses Phänomen ist bereits aus dem Bereich der Druckmedien hinlänglich bekannt. Seien es mehrere konzernzugehörige Druckerzeugnisse (z.B. EXPRESS und Kölnische Rundschau), die ein und dasselbe Thema je nach Seriositätsgrad für ihren jeweiligen Leserkreis entsprechend aufarbeiten, seien es sonstige konkurrierende Redaktionen oder Verlage.

In Ermangelung selbst recherchierter Themen neigt man hin und wieder dazu, in den Beiträgen der Kollegen nach interessanten Ideen zu suchen und diese gegebenenfalls „auszuleihen“.

Die Verbreitung digitaler Medien und insbesondere die zu beobachtende Verlagerung der journalistischen Berichterstattung aus dem Offline-Bereich in die Welt des Internets haben diese Problematik auf ein anderes Level gebracht.

Der damit verbundene geringe finanzielle Aufwand machte die Einrichtung und Unterhaltung einer eigenen Informationsquelle jedermann zugänglich. Deren Anzahl ist rapide gestiegen. Gleich geblieben ist jedoch die jeweilige Bestrebung, möglichst viele Leser und Interessenten anzulocken. Hierzu versucht man in aller Regel, das eigene Informationsangebot möglichst umfangreich zu gestalten. Tagesaktuelle Themen der Konkurrenz dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Dies gilt erst recht, wenn es sich um provokative beziehungsweise sensationslustige Artikel handelt.

Diese Handhabung ist nicht nur bei kleineren Online-Magazinen, Blogseiten, Foren und Community-Seiten, sondern auch bei größeren und grundsätzlich als seriös geltenden Medien zu beobachten. Als interessant erscheinende Nachrichten und Berichte, welche von anderen Quellen schon einmal rausgebracht wurden, werden aufgegriffen, abgeändert und mit oder ohne Referenz auf den Ursprungsartikel weiter verbreitet. Der Wettlauf um die Quantität schadet jedoch bekanntlich der Qualität ...

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