Konflikt? Konflikt!

von Gerfried Braune

Frage ich Teilnehmer meiner Seminare, was ein Konflikt ist, so kommen meist recht allgemeine Ausführungen, die mehr beschreiben, worin sich ein Konflikt ausdrückt. Gut, wenn sich zwei Kontrahenten mit hochrotem Kopf gegenüber stehen und sich anschreien, brauche ich keine Definition von Konflikt um zu erkennen: das ist ein Konflikt!

Für die professionellen Konfliktlöser ist es aber wichtig, Konflikte nicht nur zu erkennen, sondern auch zu wissen, was ein Konflikt ist. Googelt man nach einer Definition von Konflikt, bekommt man jede Menge unterschiedlicher Definitionen. Gabler Wirtschaftslexikon schreibt z.B.: “Prozess der Auseinandersetzung, der auf unterschiedlichen Interessen von Individuen und sozialen Gruppierungen beruht und in unterschiedlicher Weise institutionalisiert ist und ausgetragen wird.” KPMG führt zum Begriff Konflikt folgendes aus: “Als Konflikt im Rahmen des Konfliktkostenmodells von KPMG wird jede Planabweichung oder Plangefährdung bei der Umsetzung der wirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens durch den Einsatz seiner Ressourcen und dabei vor allem der Arbeitszeit seiner Mitarbeiter verstanden.” Diese Definition hilft wohl eher Controllern als Konfliktbearbeitern.

Die wohl meistgebrauchte Definition stammt von Friedrich Glasl. Er hat wie folgt formuliert: “Sozialer Konflikt ist eine Interaktion – zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), – wobei wenigstens ein Aktor – Unvereinbarkeiten im Denken/Vorstellen/Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen - mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt, - dass im Realisieren eine Beeinträchtigung - durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolgte.”

Das hört sich komplizierter an, als es ist. Letztlich entsteht dann ein Konflikt, wenn ein Beteiligter das Handeln (oder Meinungsäußerung) eines Anderen als Einschränkung erlebt ...

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