AVG und Apps: Auch kostenlos hat einen Preis

In kostenlosen Apps und Software-Produkten wird nach Daten der Nutzer geschürft. In manchen Kreisen ist das ein offenes Geheimnis, in anderen löst diese Vorgehensweise noch Stürme der Empörung aus. Nun hat der Sicherheitssoftware-Anbieter AVG mit seiner Offenbarung, dass er Nutzerdaten an Unternehmen zu Werbezwecken verkaufen will, für Aufsehen gesorgt.

Beispiel: AVG Antivirensoftware AVG schon 2014 in der Kritik

Bereits 2014 berichteten wir, dass verschiedene Anbieter von Sicherheitssoftware, darunter AVG, Informationen über das Nutzerverhalten in erheblichem Umfang an den Anbieter weiterleiteten. Dies geschah im Zusammenhang mit der sog. Safe-Browsing-Funktion. Dabei wurden jedoch mehr Informationen zum Anbieter übertragen, als eigentlich für den Abgleich erforderlich gewesen wäre. AVG teilte damals auf Nachfrage mit, die aufgefundenen Schwachstellen zeitnah beheben zu wollen.

Datenschutzrichtlinie ab Oktober

In der Datenschutzrichtlinie von AVG, die ab 15. Oktober 2015 gelten sollen, wird klargestellt, dass Daten aus der kostenlosen Version verkauft werden, um damit Geld zu verdienen.

Die Liste der zu diesem Zweck erfassten Daten umfasst eine von AVG vergebene Werbe-ID, den Browser- und den Suchverlauf, den Provider sowie „Daten zu anderen Anwendungen, die Sie auf Ihrem Gerät haben, und wie sie genutzt werden.“

Kritik und Lob

Die neue Richtlinie wird gelobt und kritisiert:

Software mit derartiger Vorgehensweise könne auch als Spyware bezeichnet werden. Es sei unethisch und ein Missbrauch des Vertrauens, das Sicherheitssoftware entgegengebracht würde. Von einem Sicherheitssoftware-Anbieter könne ein respektvollerer Umgang mit der Privatsphäre erwartet werden. Denn auch wenn es sich bei den Daten nicht um personenbezogene Daten im engeren Sinne handeln sollte, seien Nutzer zum Beispiel durch Verknüpfung der Informationen indirekt identifizierbar ...

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  • AVG verdient an Kunden-Daten - silicon.de

    silicon.de - 30 Leser, 5 Tweets - Kritiker sehen damit den Schritt zu Spyware, andere loben die Offenheit und die klare Formulierung. Nutzer können aufgrund einer Anonymisierung nicht persönlich identifiziert werden.

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