Werbung mit Standort irreführend?

von Christopher A. Wolf

Darf eine Firma Werbung mit einem Standort an einem anderen Ort als dem Hauptsitz Werbung machen, wenn an dieser Geschäftsstelle kein Standort unterhalten wird, an dem Mitarbeiter zu den gewöhnlichen Geschäftszeiten erreichbar sind? Diese wettbewerbsrechtliche Frage hatte jüngst das Oberlandesgericht Celle zu entscheiden.

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Ein im Bereich der Dachbeschichtungen tätiger Handwerksbetrieb mietete an einem zweiten Standort eine Lagerhalle, in welcher dieser Arbeitsmittel und -materialien aufbewahrte. Nach Anmietung der Räumlichkeiten warb der Handwerksbetrieb mit diesem Standort, was ein Wettbewerber der Firma für irreführend hielt. Der Wettbewerber mahnte den Handwerksbetrieb ab und verlangte, die irreführende Werbung mit dem zweiten Standort zu unterlassen, da der Unternehmer dem Verkehr so eine in Wirklichkeit nicht vorhandene wirtschaftliche Größe suggeriere. Ein richtiges Büro mit festen Ansprechpartnern habe der Handwerksbetrieb nämlich am beworbenen Standort nicht.

Der Handwerksbetrieb wandte ein, dass er durch die Lagerhalle eine Präsenz am beworbenen Standort habe. An der Außenseite der Lagerhalle sei ein Werbebanner seiner Firma angebracht. Während der Bausaison In der Saison von März bis September/Oktober seien regelmäßig mindestens vier Mitarbeiter des Handwerksbetriebes an dem beworbenen Standort unterwegs, die regelmäßig in diesen Räumlichkeiten ein- und ausgingen. Die Post und die Telefonanrufe würden umgeleitet, so dass die Lagerhalle als zweite Niederlassung beworben werden dürfe ...

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