Betriebsrat auf stürmischer See – Fristlose Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden der Meyer Werft

Schon seit dem 18. Jahrhundert baut die Meyer Werft Boote. In der Herstellung von Kreuzfahrtschiffen ist man weltweit ganz vorn mit dabei. Über 3.000 Mitarbeiter sind im niedersächsischen Papenburg nahe der Emsmündung beschäftigt, man ist einer der wichtigsten regionalen Arbeitgeber. Diese Werft ist der größte Schiffsbauplatz Europas.

Seit diesem Jahr gibt es zudem einen Standortsicherungsvertrag mit dem Land Niedersachsen, der 3.100 Arbeitsplätze bis 2030 sichern soll. Und liest man die Pressemitteilungen des Unternehmens, so bekommt man den Eindruck, dass es der Firma nicht schlecht geht: Von Milliardenaufträgen ist die Rede. Erst vor wenigen Tagen wurde ein neues Superschiff, die Norwegian Escape, auf die Ems überführt.

Mit der Mitbestimmung scheint man in letzter Zeit dagegen zunehmend auf Grund zu laufen. Als im Juni bekannt wurde, dass das Mutterhaus der Meyer Werft, die Rostocker Meyer-Neptun GmbH ihren Unternehmenssitz nach Luxemburg verlegen wird, schimpfte die IG Metall und erkannte in der Aktion eine Blockade sämtlicher Mitbestimmungsrechte. Von einer Aufkündigung der Sozialpartnerschaft war die Rede, zitiert die Berliner taz den Gewerkschafter Thomas Gelder. In der Tat eine verstörende Aktion, nur kurz vorher schloss man besagten Standortversicherungsvertrag, der Betriebsrat war beteiligt. Und nun das? Um Steuern soll es nicht gehen, behauptet die Werft. Aber um was dann? Will man durch eine Verlegung die Bildung eines Aufsichtsrats mit entsprechender Beteiligung von Arbeitnehmervertretern verhindern? Das Unternehmen äußerte sich in Richtung Aufsichtsrat bisher ablehnend, so die Frankfurer Rundschau: Man halte nicht viel von Entscheidungswegen, die länger werden würden. Gerne würde man lieber so weitermachen wie bisher ...

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  • Auswanderung: Scheu vor Mitbestimmung

    taz.de - 38 Leser - Die Zentrale der Papenburger Meyer Werft flüchtet in die Steueroase Luxemburg – angeblich, um der internationalen Konkurrenz Paroli zu bieten.

  • Meyer-Werft geht nach Luxemburg: Traumschiff-Bauer wandert ab

    fr-online.de - 49 Leser, 20 Tweets - Bei der Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg gibt es Krach, weil der Eigentümer des traditionsreichen Traumschiff-Bauers den Firmensitz nach Luxemburg verlegen will. Dadurch spart sich das Unternehmen neben Steuern auch die Einrichtung eines Aufsichtsrates.

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