Mit alten Damen kann man es ja machen

von Gerfried Braune

Eine über 80 Jahre alte, aber geistig noch sehr rüstige Nachbarin, die allein noch ein eigenes Geschäft mit exklusiven Lampen betreibt, fragte mich kürzlich um Rat in einem Rechtsstreit, in den sie verwickelt war. Nicht nur, dass ihre Anwältin ihr zu einem Vergleich geraten hatte, der für die Nachbarin teurer war durch die Vergleichsgebühren sebst unter Berücksichtigung der ersparten Gerichtskosten, als wenn sie den Anspruch der Gegenseite anerkannt hätte. Um dem Wunsch nach Arbeitsersparnis dem Vergleichsabschluss nachdruck zu verleihen, hatte das Gericht für den Fall der Ablehnung des Vergleichs die Einholung eines Sachverständigengutachten beschlossen und einen völlig übersetzten Vorschuss von 2.000 EUR angeordnet (es ging lediglich um Mängel beim Einbau eines Fensters und der Streitwert lag nur bei knapp 2.500 EUR).

Das Sachverständigengutachten wurde dann eingeholt (wobei die Anwältin der Nachbarin etwas beleidigt schien, weil die Mandantin den Vergleich nicht akzeptiert hatte) und der Prozess ging dann doch zumindest ein wenig besser aus, als der vorgeschlagene Vergleich. Als nun der Kostenfestsetzungsbeschluss kam, war die Nachbarin über die Höhe der Gerichtskosten, die ausgeglichen wurden, erstaunt und bat um Übersendung der Rechnung des Sachverständigen. Das Amtsgerich brauchte nur etwas über 6 Wochen, um die Rechnung zu übersenden (ist ja auch ein zeitwaufwendiger Vorgang).

Wir staunten nicht schlecht über die Rechnugn des Sachverständigen, der ganz offensichtlich seine Rechnung an dem eingeforderten Vorschuss orientiert hatte und nun 1.900 EUR für sein Gutachten verlangte ...

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