Vor Gericht und auf hoher See – ein Paradebeispiel Teil 1

Nicht selten wird ja gesagt, dass vor Gericht und auf hoher See alles passieren kann. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat mit seinen Urteilen vom 24.04.2015, Az.: 30 C 4813/14 (68) und vom 29.04.2015, Az.: 29 C 4189/14 (40) auf beeindruckende Art und Weise gezeigt, dass derselbe Sachverhalt von Gerichten komplett unterschiedlich bewertet werden kann. Das Pikante an der vorliegenden Situation: Die Angelegenheiten lagen demselben Gericht vor, allerdings unterschiedlichen Richterinnen, die aber von dem jeweiligen anderen Fall Bescheid wussten. Trotzdem kamen die Richterinnen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Was war geschehen?

Meine Mandantin arbeitet professionell als Fotografin. In den Jahren 1999/2000 erstellte sie für eine Stadt Bildmaterial. Die Erstellung dieses Bildmaterials lag der Beauftragung Ihres Mannes, der eine Werbeagentur betrieb, mit der Erstellung einer Image-Broschüre zu Grunde. Das Bildmaterial wurde für eine Imagebroschüre dann auch genutzt. Der auftraggebenden Stadt wurden damals Original-Dias übergeben. Die Stadt forderte seinerzeit zudem, dass das „Urheberrecht an der Broschüre, das Bildmaterial und den Drucksatz zur Verfügung zu stellen sei“, worauf die Klägerin mitteilte, dass das Urheberrecht bei ihr verbleibe, die Vertragspartnerin aber das Verwertungsrecht erhalte.

Zuletzt musste meine Mandantin feststellen, dass einerseits die ehemalige Auftraggeberin als auch Dritte, einige Fotos aus diesem Auftrag im Internet gewerblich nutzten. Damit war meine Mandantin nicht einverstanden und forderte vor Gericht von den Dritten Schadensersatz wegen unberechtigter Fotonutzung zzgl. 100% Zuschlag wegen unterlassener Urheberbenennung sowie die Erstattung außergerichtlicher Rechtsanwaltskosten ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK