Kein deutschlandweites Versetzungsrecht ohne Berücksichtigung entgegenstehender Interessen des Arbeitnehmers

Ein neueres Urteil des LAG Schleswig-Holstein (vom 26.08.2015 - 3 Sa 157/15) zeigt sehr anschaulich, dass die Arbeitsgerichte bei Versetzungen nicht allein auf das im Arbeitsvertrag verankerte Versetzungsrecht schauen, sondern bei der Ausübung sehr genau prüfen, ob der Arbeitgeber die Grenze des billigen Ermessens eingehalten hat. Im entschiedenen Fall war der Kläger seit 2009 auf einer Dauerbaustelle an seinem Wohnort in Brunsbüttel als Isolierer eingesetzt. In seinem Arbeitsvertrag ist geregelt, dass er auf allen Baustellen eingesetzt werden kann, auch auf solchen, die er von seiner Wohnung aus nicht jeden Tag erreichen kann. Der Kläger ist Vater von drei schulpflichtigen Kindern. Nach einer zugunsten des Klägers entschiedenen kündigungsrechtlichen Streitigkeit teilte ihm seine Arbeitgeberin mit, er müsse ab sofort in Ludwigshafen (ca. 660 km von Brunsbüttel entfernt) arbeiten. Sein alter Arbeitsplatz sei zwischenzeitlich besetzt ...

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