Drohen und Betteln

von Carl Christian Müller

Die Gegenseite behauptet beharrlich eine Forderung gegenüber dem Mandanten zu haben. Versuche des Gegners selbst, den Mandanten durch schriftliche Aufforderungen zu einer Zahlung zu bewegen, führten nicht zum Erfolg. Also beauftragte die Gegenseite ein Inkassounternehmen.

Dieses Inkassounternehmen teilte dem Mandanten im Juli 2013 “rechtsverbindlich” mit, daß er nun binnen einer kurzen Frist zahlen müsse, da man bereits jetzt den Auftrag erhalten habe, den Anspruch “unverzüglich” nach Ablauf der Frist gerichtlich geltend zu machen.

Der Mandant zahlte nicht.

Nach Fristablauf ließ die Gegenseite unverzüglich … acht Monate verstreichen, um den Mandanten dann erneut an die Zahlung zu erinnern. In diesem Schreiben wies man auch gleich darauf hin, daß man bei nun “keine Möglichkeit mehr [gebe], zu einer außergerichtlichen Klärung” zu gelangen.

Der Mandant zahlte nicht.

Im Mai 2014 folgte tatsächlich ein gerichtlicher Mahnbescheid. Dieser wurde nicht durch das Inkassounternehmen, sondern durch einen Rechtsanwalt beantragt.

Der Mandant legte Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein.

Es folgte nicht etwa die Durchführung des gerichtlichen Verfahrens. Auch ein Anwaltsschreiben ging nicht ein ...

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