LG Saarbrücken: Berichterstattung der BILD über den Sturz einer 16-jährigen und die Vermutung, dass diese unter Drogen stand, ist rechtswidrig

von Arno Lampmann

LG Saarbrücken: Berichterstattung der BILD über den Sturz einer 16-jährigen und die Vermutung, dass diese unter Drogen stand, ist rechtswidrig

Von Arno Lampmann, 14. September 2015

Die Kollegin Kathrin Berger weist aktuell auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken hin, mit dem der BILD eine identifizierende Berichterstattung über ein 16-jähriges Mädchen verboten wird, das aus dem Fenster ihres Elternhauses gestürzt war (LG Saarbrücken, Urteil v. 16.7.2015, Az. 4 O 152/15).

Der Artikel, der auf der Internetseite www.bild.de erschienen war, enthielt im Gesichtsbereich “verpixelte” Abbildungen des Mädchens und des Hauses, sowie die angeblich aus einer offiziellen Erklärung der Polizei stammende Vermutung, dass das Mädchen bei dem Satz unter Drogen gestanden haben könnte.

BILD hatte sich unter anderem damit verteidigt, dass die Klägerin auf den Abbildungen nicht zu erkennen gewesen sei. Die Tatsache, dass ein Mädchen aus dem Fenster eines Hauses stürzt, sei ausserdem ein Vorgang von öffentlichem Interesse, über den berichtet werden dürfe. Man habe sich auf die telefonische Äusserung eines Polizisten verlassen dürfen, der den Verdacht des Drogenkonsums mitgeteilt hatte.

All diesen Argumenten erteilte das LG Saarbrücken in der ausführlich und sorgfältig begründeten Entscheidung eine Absage ...

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