Immer noch ein Thema: Widerruf von Kreditverträgen

Wer nach dem 1. November 2002 ein Immobiliendarlehen aufgenommen hat, der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit, den Darlehensvertrag zu widerrufen und hierdurch mehrere tausend oder sogar zehntausende Euro von der Bank zurück zu verlangen, wenn die von der Bank verwendete Widerrufsbelehrung fehlerhaft war. Man spricht hier dann auch gerne von dem sog. „Widerrufsjoker“. Die Hamburger Verbraucherzentrale (VZHH) hat bisher insgesamt über 3.300 Immobilienkredite untersucht und herausgefunden, dass über 80 Prozent aller Widerrufsbelehrungen fehlerhaft waren.

Die Möglichkeit des Widerrufs von Kreditverträgen ist auch weiterhin ein Thema. Einerseits haben Verbraucher teilweise erst jetzt davon erfahren, dass grundsätzlich die Möglichkeit zum Widerruf bestehen könnte. Andererseits werden bereits durch Verbraucher geltend gemachte Ansprüche von Banken teilweise mit unterschiedlichen Begründungen zurückgewiesen.

Gleichzeitig ist dieses Thema für Verbraucher aufgrund der historisch niedrigen Zinsen weiterhin von besonderem Interesse. Denn durch eine Veränderung des Zinssatzes lassen sich z.B. für einen Immobiliendarlehen mehrere zehntausend Euro sparen. Wer beispielsweise einen Kreditvertrag über EUR 200.000,00 mit einem Zinssatz von 4,5 Prozent Zinsen und einer Laufzeit von 10 Jahren abgeschlossen hat, der würde im Falle eines Widerrufs nebst Umschuldung auf einen Kreditvertrag mit einem Zinssatz in Höhe von 2 Prozent Zinsen mehr als EUR 22.000,00 oder einige hundert Euro monatlich innerhalb von 10 Jahren sparen.

Die Grundvoraussetzung für eine Widerrufsmöglichkeit

Damit ein Darlehensvertrag auch möglicherweise nach Jahren noch widerrufen werden kann ist grundsätzliche Voraussetzung, dass die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat. Durch die fehlerhafte und/oder unvollständige Widerrufsbelehrung wird die gesetzliche 14-tägige Widerrufsfrist nämlich nicht in Gang gesetzt ...

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