AG Köln lässt Dashcam-Aufnahme im Zivilprozess als Beweismittel zu

von Alexander Gratz

Guido Falke / pixelio.de

In einem Kreuzungsbereich kam es zu einer Kollision, wobei streitig war, welche Ampel grün zeigte. Ein Zeuge nahm das Unfallgeschehen mit einer in seinem Pkw installierten Videokamera auf. Nach einer Auswertung des Videos konnte ein Sachverständiger die Lichtzeichen zum Zeitpunkt des Unfalls rekonstruieren. Aus der Entscheidung des AG Köln geht zwar nicht hervor, ob der Verwertung der Videoaufzeichnung - möglicherweise verspätet - widersprochen wurde. Das Gericht hatte auch keine Bedenken in dieser Hinsicht. Ein anderes Ergebnis wäre, so das Gericht, nur dann in Betracht gekommen, wenn der Zeuge die Aufnahmen in der Absicht gemacht hätte, sie auf YouTube oder Facebook einzustellen oder der Polizei zu übergeben. Ob die Kamera dauerhaft oder nur den Unfall aufzeichnete, wurde nicht angegeben (AG Köln, Urteil vom 01.09.2014, Az. 273 C 162/13).

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme geht das Gericht davon aus, dass der Zeuge G die für ihn geltende Lichtzeichenanlage bei Rotlicht überfahren und hierdurch den Unfall verursacht hat. Dies hat sich zur Überzeugung des Gerichts ergeben aufgrund des Gutachtens des Sachverständigen Dipl.-Ing. C, das durch die glaubhaften Angaben des unbeteiligten und zu keiner der Parteien in einem persönlichen Verhältnis stehenden Zeugen M gestützt und bestätigt wird. Mithilfe der durch die Videografie des Verkehrsteilnehmers K bewiesenen Anknüpfungstatsachen konnte der Sachverständige die Ampelstellung im Zeitpunkt des Unfalls rekonstruieren. Der dem seit längerem mit Verkehrssachen befassten Gericht als zuverlässig bekannte Sachverständige Dipl.-Ing ...

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