CreutzColumne: Gericht verhängt totales Werbeverbot auf allen Anwaltsroben

Während die Rockergruppen Hell Angels und Bandidos stolz darauf sind, ihre Kutten mit Rockeremblem zu tragen und sich dazu gerade die Erlaubnis beim Bundesgerichtshof abgeholt haben, sträuben sich Anwälte immer öfter, ihre Robe als Berufskleidung und Erkennungszeichen überzuziehen. Ein Anwalt aus der Schlossstadt Brühl will dagegen seine Robe zur Litfaßsäule verunstalten. Doch das hat ihm jetzt der Anwaltsgerichtshof in Nordrhein-Westfalen verboten.

Was Ärzten in Kliniken auf ihren weißen Kitteln erlaubt ist, sollte doch auch für Anwälte nur recht und billig sein, dachte der Anwalt und fragte bei der Rechtsanwaltskammer in Köln nach, ob er seine Robe mit seinem Namen und der Webadresse auf dem Rückenbereich so besticken dürfe, dass die Insignien noch aus einer Entfernung von acht Metern gut lesbar seien. Das diene nicht zuletzt in größeren Gerichtsverfahren der besseren Kommunikation, weil so auswärtige Anwälte leichter mit Namen angesprochen werden könnten. In dem Schreiben wies der Anwalt darauf hin, dass ihm beim Public Viewing während der Fußballweltmeisterschaft die Idee gekommen sei, die Anwaltsrobe ähnlich wie bei Fußballtrikots zu bedrucken oder zu besticken. Die Rechtsanwaltskammer Köln lehnte diese Provokation gegen das anwaltliche Kulturgut Robe mit einem belehrenden Hinweis ab. Dagegen zog der Anwalt vor die Anwaltsgerichtsbarkeit.

Der Anwaltsgerichtshof Nordrhein-Westfalen in Hamm (Az.: 1 AGH 16/15) entschied, dass das Tragen einer mit dem Namen des Rechtsanwalts und dessen Webadresse bestickten Anwaltsrobe gegen § 20 BORA verstößt. Nach Ansicht des Anwaltsgerichtshofs besteht der Sinn des Robetragens durch Anwälte darin, dass diese im Rahmen einer gerichtlichen Verhandlung aus dem Kreis der übrigen Teilnehmer herausgehoben werden ...

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