Inklusion behinderter Kinder sui generis – ein Fall für die Staatsanwaltschaft

von Liz Collet

Dem Wortbegriff nach bedeutet Inklusion Einschluss oder Einschliessen.

Dieses Wort hat man – wie es scheint – im Kinderheim “Haus Maria” in Au am Inn wörtlich genommen, aber nicht wirklich verstanden.

Jetzt ermittle Staatsanwaltschaft Traunstein gegen das Kinderheim “Haus Maria“ in Au am Inn wegen Freiheitsberaubung, weil Genehmigungen für die geschlossene Unterbringung der geistig behinderten Kinder gefehlt haben sollen, wie HIER berichtet wird.

Dem Bericht des BR zufolge sollen dem Sender die Einschlussprotokolle und Tagespläne vorliegen und eher an “ein Gefängnis als an ein Kinderheim” erinnern. So beginne beispielsweise ein Novembertag im Leben eines Jungen morgens damit, dass er eine Stunde in sein Zimmer eingesperrt werde und alleine frühstücke. Im handschriftlich ausgefüllten Protokoll heiße es über den Verlauf des Einschlusses: „ruhig“. Der Grund: „ELT“. Das stehe für „Einschluss laut Tagesplan“. 16 mal werde der Junge an diesem Tag eingesperrt, 16 mal mit dem „Grund“, dies sei sein Tagesplan. Er bekomme eine Brotzeit, Mittagessen, Abendessen alleine im Zimmer, schließlich erfolget von 19.30 Uhr bis 6.10 Uhr der Nachteinschluss.

Bereits 2012 war gegen das Kinderheim ermittelt, das Haus Maria durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt worden ...

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