Frau leidet unter “WLAN-Allergie” – Gericht spricht rückwirkend Beihilfe von 680 Euro im Monat zu

von Stephan Weinberger

Die 39-jährige Französin Marine Richard leidet an elektromagnetischer Hypersensibilität. Ein Schiedsgericht im südfranzösischen Toulouse sprach ihr deshalb rückwirkend ab 1. April 2013 für zwei Jahre eine Beihilfe von 680 Euro im Monat zu. Das Gericht erkannte ihr zudem eine Behinderung von 85 Prozent an und stufte die Frau als arbeitsunfähig ein.

Die getroffene Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, da die für die Betreuung behinderter Menschen zuständige Stelle des Départements Ariège nach Angaben der Organisation Que Choisir (vergleichbar mit Stiftung Warentest) bereits Berufung eingelegt hat. Die letzte Entscheidung liegt nun bei der zuständigen Kammer des Berufungsgerichts.

Richard hat die jetzige Entscheidung zum Anlass genommen, die Einrichtung sog. “weiße Zonen” zu fordern, in denen alle Arten strahlungsemmittierender Geräte untersagt sein sollten. Seit 2010 beschwerte sich Richard über Symptome wie Migräne, Übelkeit und Müdigkeit. Sie hatte deshalb ihre Stadtwohnung in Marseille aufgegeben und sich in eine eher ruhigere Region in den Pyrenäen zurückgezogen. Die Französin wurde zur Krimi-Autorin und veröffentlichte ein Werk unter dem Titel “Sans mobile” (“Ohne Mobilfunk” sowie gleichzeitig “Ohne Motiv”). Es handelt von in Tierfellen gekleideten Aussteiger, freiwilligen Antennenabsäger und verständlicherweise von einem elektrosensiblen Paar auf der Suche nach einem sicheren Platz für die Geburt ihres Kindes ...

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