Zalando wegen irreführender Buchungsangaben von Wettbewerbszentrale abgemahnt

von Maik Sebastian

Maik Sebastian:

Zahlreiche Buchungsportale, ganz gleich ob es sich um Angebote für Flüge, Hotels, oder Waren handelt, zeigen dem potenziellen Kunden vor Abgabe der Bestellung eine Beschränkung an. Beispielsweise wird durch die Anzeige „nur noch drei Zimmer verfügbar“ deutlich gemacht, dass sich der Verbraucher mit der Buchung beeilen muss. Es wird ein „emotionaler Druck“ aufgebaut. Laut Marketing-Professor Philipp Riehm bekommen Verbraucher dadurch den Eindruck, dass etwas weg sein könnte, wenn sie noch zu lange warten. Der Verstand werde „in den Hintergrund geschoben“.

Angebot tatsächlich deutlich größer

Auch der Online-Versandhändler Zalando agiert auf diese Weise. Auf seiner Website werden laut NDR bestimmte Mengen angezeigt, obwohl das jeweilige Angebot in Wahrheit viel größer ist. In einem Test des ARD-Senders hatte sich herausgestellt, dass mehr Kleidungsstücke bestellbar waren, als es laut der Zalando-Website überhaupt gab.

Das führte nun dazu, dass das Unternehmen durch die Wettbewerbszentrale abgemahnt wurde. Auf Nachfrage des NDR hat Zalando das Verhalten damit gerechtfertigt, dass der Warenbestand aus technischen Gründen nicht in Echtzeit abgebildet werde. Es handele sich lediglich um einen Mindestbestand.

Der Verband wirft Zalando gleichwohl eine Irreführung vor. Sofern keine Unterlassungserklärung abgegeben wird, will die Wettbewerbszentrale gerichtliche Maßnahmen einleiten.

Eindruck des Durchschnittsverbrauchers entscheidend

Kern der Problematik ist, dass es sich bei einer solchen Äußerung um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt. Der Verbraucher wird über die tatsächlich verfügbare Menge getäuscht ...

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