Drei Dinge, die Ihnen Ihr Mediator wahrscheinlich verschweigt

von Gerfried Braune

Das Thema habe ich der amerikanischen Mediatorin Tammy Lenski von deren Blog geklaut.

1. Ich kann in meinem eigenen Leben nicht sehr gut mit Konflikten umgehen

Natürlich ist es einfacher, als emotional weitgehend Unbeteiligter mit dem Konflikt Anderer umzugehen. Jeder Therapeut weiß, dass er sich selbst nicht therapieren kann. Ähnlich ist es im Bereich der Konfliktbearbeitung. Aufgrund der eigenen emotionalen Verstrickung fehlt die notwendige Distanz zum Geschehen, um die eigenen Gefühle und auch den Sachkonflikt zu lösen. Auch bei mir ist es so. Wenn meine Frau und ich uns streiten, geht es meist wenig mediativ zu, obwohl wir beide als Mediatoren tätig sind. Zwar nagt es durchaus an der Mediatorenehre, dass man die eigenen Konflikte nicht so gut lösen kann, wie man es sich eigentlich wünscht. Das mag auch dazu führen, dass ein Streit dann doch etwas schneller beigelgt wird, als bei manchen Nicht-Mediatoren. Es ist aber gut – und da stimme ich Tammy Lenski zu – selbst wieder zu erleben, wie man sich in einem Konflikt fühlt. Das hilft, auch in der Tätigkeit als Mediator die Medianden zu verstehen. Ein Mediator, der die Konflikte im eigenen Leben nicht so perfekt lösen kann, kann daher durchaus ein sehr guter Mediator sein.

2. Ich bin nicht wirklich neutral

Die Neutralität des Mediators ist ein zentraler Punkt in der Mediation und wird auch in jedem Lehrbuch über Mediation und jeder Erklärung von Mediation besonders betont. Das ist prinzipiell auch richtig. Tatsächlich sind Mediatoren nicht zuletzt Menschen und es lässt sich auch nicht vermeiden, dass dem Mediator vielleicht der eine Mediand sympathischer ist als der andere oder der eigenen Denkweise oder den eigenen Werten näher steht und man ihn daher besser verstehen kann ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK