Den Betriebsrat sturmreif schießen? Bei Mundipharma in Limburg geht es ab

Es ist noch gar nicht so lang her, da erhielt das Limburger Pharmaunternehmen Mundipharma mehrfach Auszeichnungen für sein soziales Engagement und seine besondere Familienfreundlichkeit. Auch beim „Great Place to Work“-Wettbewerb konnte man als äußerst beliebter Arbeitgeber überzeugen, zuletzt 2015. Immerhin 1.000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt: Mundipharma gilt als einer der größten und wichtigsten Arbeitgeber in der Region. In starkem Kontrast zu diesem positiven Image stehen Vorwürfe, wie die Firma mit ihrem Betriebsrat umgehen soll. Die Frankfurter Rundschau spricht von Sabotage, heftige Auseinandersetzungen sollen stattfinden. Rund 50 Gerichtsverfahren waren oder sind in Zusammenhang mit der betrieblichen Interessenvertretung anhängig, so die Tageszeitung.

„Die Hexe muss weg“ – Sätze wie dieser waren in den Führungskreisen Mundipharmas scheinbar nicht ungewöhnlich. Mit „Hexe“ war die ehemalige Betriebsratsvorsitzende gemeint. Das behauptet ein früherer Justiziar des Unternehmens. Die Auseinandersetzungen selbst reichen etliche Jahre zurück. So stellten im Jahr 2011 etwa 250 Mitarbeiter beim Arbeitsgericht Wiesbaden einen Antrag nach § 23 Abs. 1 BetrVG, um die damalige BR-Vorsitzende aus dem Betriebsrat auszuschließen. Grund: Sie, eine nicht freigestellte Außendienstmitarbeiterin, habe ihre Aufgaben nach dem BetrVG nicht ordnungsgemäß wahrgenommen, sie habe nur schlecht oder gar nicht informiert. Auch fünf weitere BR-Mitglieder standen unter Beschuss. Das Hessische Landesarbeitsgericht lehnte den Antrag 2013 per Beschluss ab. In seiner Entscheidung sprach das Gericht davon, dass das Quorum nur durch massive Beeinflussung von Seiten des Arbeitgebers erreicht worden sei. Auch von einer Fehde zwischen Innen- und Außendienstlern wird berichtet.

Vor dem Hessischen LAG läuft ein Wahlanfechtungsverfahren gegen die BR-Wahl 2014 , mit einer Entscheidung wird im November gerechnet ...Zum vollständigen Artikel


  • „Die Hexe muss weg“

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    fr-online.de - 29 Leser, 8 Tweets - Der Pharmahersteller Mundipharma sabotiert offenbar die Arbeit des Betriebsrats – ein ehemaliges Mitglied wird fristlos entlassen. Der Fall ist nur einer von rund 50 Gerichtsverfahren gegen die Firma. Ein Vorwurf ist besondes kurios.

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