Urteil: 1000 Euro Schmerzensgeld für Sexting-Fotos

von RA Stefan Loebisch

Schmerzensgeld für Sexting-Fotos – das Amtsgericht Charlottenburg verurteilte unter dem Aktenzeichen 239 C 225/14 einen zum Tatzeitpunkt 13-jährigen Schüler, seiner gleichaltrigen Freundin ein Schmerzensgeld von 1.000 € für die Weitergabe von sogenannten Sexting-Fotos per WhatsApp zu zahlen.

Was war geschehen?

Nach einem Bericht auf dem Portal ITespresso soll die Schülerin ihrem damaligen Freund auf dessen Aufforderung hin Fotos zugesandt haben, die sie „in zum Teil aufreizenden Posen in Unterwäsche“ zeigten. Diese Fotos soll der spätere Beklagte dann mittels WhatsApp an seinen Freundeskreis weitergegeben haben. Die Berliner Morgenpost berichtet, das Gericht habe zulasten des seinerzeit 13-jährige Beklagten entschieden, dieser sei aufgrund der allgemeinen Erfahrungen von Jugendlichen im Umgang mit sozialen Netzwerken, Medien und deren Gefahren deliktsrechtlich voll einsichtsfähig. Das Gericht habe ihm aber auch zugute gehalten, dass nur ein kleiner Verteilerkreis von mehreren, den Parteien bekannten Personen die Bilder zu Gesicht bekommen habe.

Welche Auswirkungen hat das Urteil auf die Praxis?

Das Urteil zeigt vor allem: Wer noch nicht strafmündig ist, kann trotzdem zivilrechtlich haftbar sein.

Zwar schreibt § 19 StGB vor, dass Kinder erst ab ihrem 14. Geburtstag strafmündig werden ...

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