Rezension: Baer – Rechtssoziologie

von Konstantin Stern

Susanne Baer, Inhaberin eines Lehrstuhls für öffentliches Recht und Geschlechterstudien und seit 2011 Richterin am Bundesverfassungsgericht (1. Senat) hat im Nomos-Verlag ein Lehrbuch zur Rechtssoziologie veröffentlicht, das mittlerweile in 2. Auflage erschienen ist. Und ich habe es verschlungen.

Das Buch erscheint mir ausgesprochen klug, viel klüger als ich oder die Autorin selbst, weil es mit erfreulicher Regelmäßigkeit eigene und herbeigetragene Aussagen darüber, was Recht ist und wie es in Frage stellt. Dies hat zur Folge, dass der Leser das – im Umfang vielleicht etwas knappe – Werk nicht lediglich konsumiert, sondern immer wieder mit einem provokativen „Überzeugt Sie das?“ (o.ä.) aufgeschreckt und zum Selber-Denken animiert wird. Das ist um so vieles besser als die Pseudo-Kontrollfragen, die in den sonstigen Lehrbüchern am Kapitelende notiert sind, und sich dann auch noch für „didaktisch“ halten. Statt dieser „Kontrollfragen“ listet Baer am Kapitelende regelmäßig Forschungsfragen auf, über die nachzudenken sich lohnt. Und die mithilfe des kleinen (aus meiner Sicht zu kleinen!) Kapitels zu Methoden der empirischen Sozialforschung zu einem ersten Forschungsdesign für Studienarbeiten anwachsen könnten ...

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