Grobe Fahrlässigkeit bei einem Leitungswasserschaden

Das Landgericht (LG) Gießen hat mit Urteil vom 28. März 2014 entschieden (Az.: 3 O 476/13), dass grob fahrlässiges Handeln eines Versicherten vorliegt, der während des Befüllens seiner Heizungsanlage wegen eines unerwarteten Besuchers den Vorgang unterbricht, indem er nur eines der beiden Ventile schließt und die Anlage anschließend für mehrere Minuten unbeaufsichtigt lässt. Der Versicherer ist dann zur Leistungskürzung berechtigt.

Im Juni 2013 wollte ein Mann und späterer Kläger die im Dachgeschoss seines Hauses befindliche Heizungsanlage mit Wasser auffüllen. Hierzu verband er mithilfe eines Schlauchs einen Anschluss an der Heizungsanlage mit einer in der Nähe befindlichen Wasserzulaufleitung. Über ein Ventil an beiden Anschlüssen war jeweils ein Öffnen bzw. Verschließen durch eine 90-Grad-Drehung des Kugelhahns möglich.

Der Kläger wurde durch Klingeln an der Haustür der Befüllung abgelenkt und unterbrach den Vorgang, vergaß jedoch dabei, das Ventil am Wasserzulauf zu schließen und schloss nur das Ventil an dem Boiler der Heizungsanlage. Aufgrund des geöffneten Ventils am Wasserzulauf stand die Schlauchverbindung unter Druck, so dass sich während der etwa 20- bis 30-minütigen Abwesenheit des Klägers der Schlauch an der Wasserzuleitung löste und das austretende Wasser durch die Geschossdecken bis in das Erdgeschoss drang.

Der Kläger machte den dadurch entstandenen Schaden in Höhe von über 25.000 € gegenüber seinem Gebäudeversicherer geltend und musste sich von diesem den Vorwurf gefallen lassen, den Schaden grob fahrlässig verursacht zu haben ...

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