AG Rosenheim verurteilt die HUK-COBURG zur Zahlung restlicher Sachverständigenkosten mit lesenswertem Urteil vom 15.6.2015 – 8 C 1009/15 -, in dem Bezug genommen wird auf den Beschluss des OLG München 10 U 579/15. Uvom 15.06.2015

von Willi Wacker

Hallo verehrte Captain-Huk-Leserinnen und -Leser,

zum beginnenden Wochenende veröffentlichen wir für Euch hier ein positives Urteil aus Rosenheim zu den Sachverständigenkosten gegen die HUK-COBURG. Was mich grundsätzlich stört, ist der Hinweis des OLG München auf den „Service aus einer Hand“, der langsam bei den Amtsgerichten ankommt. So gut die Entscheidung des OLG Mnchen bezüglich der Nichtanwendbarkeit des JVEG ist, so unglücklich ist diese Entscheidung hinsichtlich des „Services aus einer Hand“. Schadensrechtlich macht es keinen Unterschied, ob der Geschädigte seinen Rechtsanwalt fragt, welcher Sachverständige kompetent genug ist, sein verunfalltes Fahrzeug zu begutachten. Gleichgültig ist es auch, ob die Werkstatt einen qualifizierten Kfz-Sachverständigen empfiehlt oder die Empfehlung von Tante Emma kommt. Es dürfte auch zulässig sein,wenn der Rechtsanwalt dem Geschädigten als seinem Mandanten empfieht, diesen oder jenen qualifizierten Gutachter zu wählen, weil bei diesem eine absolute Unabhängigkeit gewährleistet ist, während dies bei anderen nicht der Fall ist. Es spielt meines Erachtens auch keine Rolle, wie oft dies bei anderen Fällen geschieht, da der Geschädigte die Zusammenhänge nicht kennt. Darüber hinaus profitiert der Geschädigte durch die Empfehlung von Fachleuten durch Fachleute. Soll etwa durch solche spitzfindige Formulierungen durch die Gerichte eine professionelle Betreuung der Geschädigten verhindert werden? Der Verdacht beschleicht mich schon. Will man damit den Versicherern – wie bei der JVEG-Affäre – wieder in die Hände spielen? Auch diese Möglichkeit ist denkbar, denn der OLG München-Beschluss bezüglich des JVEG war für die Versicherer in Bayern niederschmetternd. Die gewünschte Reduzierung der Sachverständigenkosten im Unfallschadensgeschäft auf unterirdische Beträge a la JVEG hätte Millionen gespart. Es pfeift also in Bayern nicht mehr das JVEG durch die Gerichtsflure ...

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