Hundehaltung im Auto ist tierschutzwidrig – auch während der Arbeitszeit

von Martina Schlosser

Erneut musste das Verwaltungsgericht Stuttgart über die Frage entscheiden, ob es tierschutzwidrig ist, einen Hund während der Arbeitszeit in einer Transportbox im Auto zu halten.

Wie auch schon vor zwei Jahren (wir hatten hier darüber berichtet) ist das Verwaltungsgericht Stuttgart zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Transportbox im Auto nur zum Transport, nicht aber zur länger dauernden Unterbringung eines Hundes während der Arbeitszeit geeignet ist.

Zudem betont das Gericht in seiner aktuellen Entscheidung, dass der Transport eines Hundes nach der Fahrt von der Wohnung zum Arbeitsplatz abgeschlossen ist und nicht während der Arbeitszeit bis zum Ende der Rückfahrt andauert, wenn der Hund im Auto verbleibt.
Arbeitszeit im Auto zu halten.

Hintergrund der Entscheidung war folgendes:

Der Kläger ist Eigentümer einer Weimaraner-Hündin. An vier Tagen in der Woche fuhr er mit der Hündin von A. nach G. zur Arbeit, wobei er die Hündin solange im Kofferraum seines Kombis in einer Box mit den Maßen Länge/Breite/Höhe 120/80/100 cm unterbrachte. Kollegen von ihm zeigten dies dem Veterinäramt des Landratsamts an. Bei einer Kontrolle stellte das Veterinäramt fest, dass der Hund im Auto nicht stehen, sondern nur sitzen oder liegen konnte. Die Seitenscheiben waren 10 bis 20 cm weit geöffnet.

Das zuständige Landratsamt untersagte Kläger, während seiner Arbeitszeit seinen Hund in einem Kraftfahrzeug zu halten und drohte ihm für den Fall der Zuwiderhandlung ein Zwangsgeld von 400,00 EUR an. Zur Begründung hieß es, von einer vorherigen Anhörung habe abgesehen werden können, weil wegen des sonnigen Wetters Gefahr im Verzug bestanden habe. Eine verhaltensgerechte Haltung sei in einem Kraftfahrzeug nicht möglich. Bei Zwingerhaltung seien 10 m² verfügbare Fläche erforderlich, dieser Wert könne analog herangezogen werden. Die Bewegungsfreiheit des Hundes werde übermäßig eingeschränkt. Weniger belastende Maßnahmen seien nicht gegeben ...

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