Shareholder Activism: Einflussnahme auch an der Börse

von Richard Mayer Uellner

25. August 2015

Aktienrecht und Corporate Governance

Wir zeigen auf, was Shareholder Activism ist und welche Erscheinungsformen es gibt. Denn auch in Deutschland nimmt das in den USA verbreitete Phänomen zu.

Shareholder Activism bezeichnet die aktive Einflussnahme von Aktionären auf börsennotierte Unternehmen. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Protagonisten, die ihre Ziele zudem mit unterschiedlicher Intensität verfolgen.

Die leichte Variante des Shareholder Activism: Diskussion mit dem Management

Die meisten Shareholder Aktivisten beschränken sich darauf, die Unternehmensstrategie und bestimmte geschäftliche Maßnahmen mehr oder minder intensiv mit dem Management zu diskutieren. Aus Sicht des Vorstands ist dabei zu beachten, dass er vertrauliche Informationen nur unter engen Voraussetzungen an einzelne Aktionäre herausgeben darf. Beispiele für solche Shareholder Aktivisten sind der Vermögensverwalter BlackRock sowie die meisten Family Offices und staatlichen Pensionsfonds.

Investoren dringen auf Änderungen nach ihren Wünschen

Andere Investoren wirken auf personelle Veränderungen im Management oder eine Neuausrichtung der Unternehmensstrategie hin, um auf diese Weise verborgene wirtschaftliche Potentiale des Zielunternehmens zu heben. Zu diesem Zweck versuchen sie teils auch, eigene Repräsentanten im Aufsichtsrat zu platzieren. Häufig handelt es sich hierbei um Private Equity-Investoren wie KKR und Permira bei ProSiebenSat.1 oder aktuell Cevian bei ThyssenKrupp. Weniger verbreitet als in den USA ist die Methode, durch öffentliche Kampagnen Druck auf das Management auszuüben. So versuchte etwa der bekannte Investor Carl Icahn Apple zu veranlassen, die hohen Barreserven für den Rückkauf eigener Aktien zu nutzen ...

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