Umkleide- und Waschzeiten gehören zur Arbeitszeit! Oder doch nicht?

von Stefan Weste

Bereits in meinen Blogartikeln vom 12. Oktober 2010 und 7. Dezember 2010 habe ich mich mit dem Thema der Anrechnung der Umkleidezeit als Arbeitszeit befasst.

Nunmehr lag dem Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf (Az. 9 Sa 425/15) die Klage eines Kfz-Mechanikers zur Frage der Anrechnebarkeit von Umkleide- und Waschzeiten auf die Arbeitszeit vor. Dieser forderte neben seiner täglichen Umkleidezeit auch die Anrechnung der nachfeierabendlichen Duschzeit als Arbeitszeit.

Das LAG Düsseldorf wies die Parteien darauf hin, dass hinsichtlich der Umkleidezeiten die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts einschlägig sein dürfte.

Es bestätigte insofern, dass das Umkleiden nur Bestandteil der Arbeitszeit ist, wenn es allein dem Bedürfnis des Arbeitsgebers Rechnung trägt und insoweit fremdnützig sei. Trägt der Arbeitnehmer die Firmenkleidung folglich allein für den Arbeitgeber, erfolge auch das An- und Ausziehen in dessen Interesse. Das Tragen von Dienstkleidung sei hingegen nicht fremdnützig, wenn diese bereits zu Hause angezogen und auf dem Weg zur Arbeit getragen werden könne, ohne dass der Arbeitnehmer in der Öffentlichkeit besonders auffalle.

Im vorliegenden Fall waren die Mitarbeiter aufgrund einer Betriebsvereinbarung und eines Tarifvertrags dazu verpflichtet, eine bestimmte Arbeitskleidung mit den Logos des Arbeitsgerbers zu tragen. Zudem wurde eine private Nutzung der Kleidung untersagt. In diesem Fall dürfte daher recht eindeutig sein, dass die Umkleidezeit des Kfz-Mechanikers unter den Gesichtspunkten des Bundesarbeitsgerichts als Arbeitszeit anzurechnen ist. Dem LAG Düsseldorf ist deshalb zuzustimmen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK