Wer schläft, sündigt zwar nicht – kann aber dennoch seinen Job verlieren

von Thorsten Blaufelder

Das Nickerchen einer Altenpflegerin während der Nachtschicht kann zur Kündigung führen. Das gilt jedenfalls dann, wenn sie offenbar vorhatte, zu schlafen und extra die Betten der Bewohner von der Notklingel abrückt, damit sie möglichst nicht gestört wird, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 16.04.2015 entschied (AZ: 5 Sa 637/14).

Die damals 58-Jährige wurde in einem Seniorenheim ausschließlich zur Nachtwache von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr eingesetzt. Offenbar bereitete sie sich darauf nicht immer durch vorabendliche Ruhe vor. So beschwerte sich im April 2014 eine Bewohnerin, die Altenpflegerin habe ihr Bett so von der Wand abgerückt, dass sie nicht mehr die Notklingel habe betätigen können.

Bei einem Kontrollgang um zwei Uhr in der Folgenacht stellte die Pflegeleitung fest, dass zwei Betten entsprechend umgestellt waren. Beide Bewohnerinnen konnten alleine nicht aufstehen. Zudem hatte die Altenpflegerin in der Pflegedokumentation eingetragen, dass sie am Abend Wasser zum Trinken verteilt und Bewohner umgelagert habe. Beides war allerdings unterblieben. Stattdessen hatte die Altenpflegerin einen Ruhesessel aus dem Untergeschoss in den Aufenthaltsraum geholt und schlief.

Als die Sache aufflog, kündigte die Heimleitung fristlos ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK