Haftung des Vereins beim Transport Minderjähriger Vereinsmitglieder zu Sportveranstaltungen

Kommt es beim Transport von Kindern zu Sportveranstaltungen zu einem Unfall, kann der Transporteur seinen Schaden grundsätzlich nicht beim Verein einfordern. Es liegt juristisch gesehen keine Geschäftsführung ohne Auftrag vor, sondern lediglich eine reine Gefälligkeit durch die transportierende Person. Diese Gefälligkeiten spielen sich jedoch im außerrechtlichen Bereich ab, so daß Aufwendungsersatzansprüche gegen den Verein aussscheiden.

Zu diesen Feststellungen ist der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem Urteil vom 23.07.2015 – Az.: III ZR 346/14 – gelangt. Geklagt hatte die Großmutter eines minderjährigen Mädchens, das beim beklagten Verein Fußball spielt. Sie verunfallte mit ihrem PKW, als sie ihre Enkelin zu einer Hallenkreismeisterschaft des Vereins fuhr. Dabei zog sie sich erhebliche Verletzungen zu, weshalb sie bei der Sportversicherung des Vereins Schadensersatz und Schmerzensgeld einforderte. Die Versicherung lehnte die Zahlung ab, da nach den Versicherungsbedingungen nur Vereinsmitglieder und zur Durchführung versicherter Veranstaltungen „offiziell eingesetzte“ Helfer Versicherungsschutz genießen. Die Klägerin nahm daraufhin den Verein auf Ersatz ihres materiellen und immateriellen Schadens in Anspruch. Das Landgericht Stade hat mit - Urteil vom 11. Dezember 2013 (Az.: 2 O 304/12) die Klage abgewiesen. Auf die Berufung der Klägerin hat das Oberlandesgericht Celle den Beklagten - unter Zurückweisung der Berufung bezüglich des begehrten Schmerzensgeldes – mit Urteil vom 16. Oktober 2014 (Az.: 5 U 16/14) zur Zahlung von 2.811,63 € nebst Zinsen verurteilt.

Der BGH hat auf die Revision des Beklagten hin das Urteil des OLG Celle aufgehoben, soweit es zum Nachteil des Beklagten erging. Das landgerichtliche (Erst-)Urteil wurde damit bestätigt ...

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