Was für ein Zirkus

von Christian Rolfs

"Arbeitsrecht im Zirkus" dürfte zu den schwarzen Flecken auf der Landkarte des deutschen Arbeitsrechts gehören. Mir ist bislang jedenfalls weder ein einschlägiges Handbuch noch ein Kommentar zum Zirkus-Arbeitsrecht untergekommen. Das ist vermutlich auch einer der Gründe, warum das BAG sich zu einer Pressemitteilung zu dem tatbestandlich ungewöhnlichen Fall veranlasst sah:

Die Parteien streiten über die Wirksamkeit einer fristlosen Kündigung und in diesem Rahmen über den Arbeitnehmerstatus der Kläger. Die Beklagte betreibt einen Zirkus. Die Kläger, eine Artistengruppe, verpflichteten sich in einem von den Parteien als „Vertrag über freie Mitarbeit“ bezeichneten Vertrag, im Rahmen der von der Beklagten veranstalteten Zirkusaufführungen eine von ihnen zuvor einstudierte „Hochseil- und Todesradnummer … gesehen wie auf dem Video bei Youtube“ darzubieten. Ein Kläger verunglückte während der Premierenveranstaltung. Als die übrigen Kläger in der Folgezeit erfuhren, dass die Beklagte sie nicht zur Krankenversicherung angemeldet hatte, weigerten sie sich aufzutreten. Die Beklagte nahm dies zum Anlass, das Rechtsverhältnis fristlos zu kündigen.

Das Arbeitsgericht hat die Kündigungsschutzklage abgewiesen, da kein Arbeitsverhältnis vorliege ...

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