Studenten oder Studierende? Jura-Professoren vs. Hochschul-Funktionäre

von Prof. Dr. Arnd Diringer

„Gender, Gender, Geldverschwender“ – unter diesem Titel berichtete „Spiegel-Online“ über die immensen Kosten, die die Umbenennung der Studentenwerke in Studierendenwerke verursacht. Entgegen der Überschrift geht es aber um weit mehr als um den schnöden Mammon. Ob man von Studenten oder Studierenden spricht, ist zu einer „gesellschaftspolitischen Glaubensfrage“ geworden, über die auch an den Hochschulen heftig gestritten wird. Beim „Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht“ („ZAAR“) hat man sich dazu klar positioniert: Studierende ist Blödsinn.

Auf der Homepage des von den Professoren Richard Giesen, Abbo Junker und Volker Rieble geleiteten Instituts wird zunächst darauf hingewiesen, dass der Begriff „Student“ vom lateinischen „studere“ (streben nach, sich bemühen um, auf etwas aus sein) abgeleitet wird. Weiter heißt es:

„An Universitäten strebt man nach Erkenntnis, und zwar auf wissenschaftliche Weise. Wer dies tut, heißt Student. Grammatikalisch hat sich dieses Substantiv aus dem lateinischen Partizip Präsens studens, im Plural studentes entwickelt.“

Schon vor diesem Hintergrund, erscheint die Begriffsschöpfung „Studierende“ fragwürdig. Trotzdem wird das Kunstwort mittlerweile von vielen Hochschul-Funktionären verwandt – eine Tatsache, die das ZAAR mit (sehr) deutlichen Worten kritisiert:

„Nahezu jeder Hochschul-Funktionär benutzt indes das politisch korrekte „Studierende” – ohne auch nur kurz nachzudenken, welcher Blödsinn damit verbunden ist. Funktionären geht es nicht mehr um die Tätigkeit des Strebens (nach Erkenntnis und Bildung). Ihnen geht es (nur) um den Status. Nur drückt das Wort „Studierender” gerade keinen Status aus (das ist das Eingeschriebensein, der Immatrikuliertenstatus) – sondern die Tätigkeit im Partizip Präsens ...

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