Erfundene Vergewaltigung in Regensburg: Anklage wegen Vortäuschens einer Straftat

von Mirko Laudon

Der Fall hatte im letz­ten Jahr bun­des­weit für Schlag­zei­len ge­sorgt: Eine da­mals 22-jährige Aus­zu­bil­dende hatte bei der Po­li­zei de­tail­reich ge­schil­dert, sie sei von drei Män­nern in Re­gens­burg ver­schleppt und ver­ge­wal­tigt wor­den. Da­nach habe man sie nackt aus dem Auto geworfen.

Sechs Wo­chen fahn­dete die Kri­mi­nal­po­li­zei er­folg­los mit ho­hem Per­so­nal­ein­satz und Phan­tom­bil­dern nach dem ver­meint­li­chen Ver­ge­wal­ti­ger und sei­nen Kom­pli­zen. Ge­gen drei Män­ner, die kurz­zei­tig ins Vi­sier der Po­li­zei ge­ra­ten wa­ren, ließ sich der Tat­ver­dacht nicht er­här­ten. An­fang Sep­tem­ber stand dann für die Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft fest: Die Ver­ge­wal­ti­gung war frei er­fun­den, die Mo­tive der Frau blie­ben al­ler­dings im Dunkeln.

Auch wenn Fra­gen of­fen blei­ben: Die Ver­ge­wal­ti­gung war frei er­fun­den // Foto: Lutz Stall­knecht / pixelio.de

Wo­her stamm­ten die er­heb­li­chen Verletzungen?

Schon früh hat­ten sich in der Schil­de­rung der Frau zum Tat­her­gang wohl Un­ge­reimt­hei­ten ge­fun­den. Ge­gen das Vor­täu­schen ei­ner Straf­tat spra­chen al­ler­dings die er­heb­li­chen Ver­let­zun­gen der Frau, die eine Wo­che lang sta­tio­när be­han­delt wer­den muss­ten. Wie es zu den Ver­let­zun­gen kam, ist bis heute noch un­klar. Die Er­mitt­lun­gen ge­stal­ten sich des­halb be­son­ders schwie­rig, weil die junge Frau nun­mehr be­harr­lich jede Aus­kunft ver­wei­gere. Ein Ver­hal­ten, das üb­ri­gens häu­fi­ger an­zu­tref­fen und kei­nes­falls sel­ten ist.

Wie erst jetzt be­kannt wurde, hat die Staats­an­walt­schaft Re­gens­burg be­reits Ende April An­klage we­gen Vor­täu­schens ei­ner Straf­tat ge­gen die mitt­ler­weile 23-jährige Frau er­ho­ben ...

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