Banken als Schuldnerberater? Neues Gesetz für Aufklärung bei Dispozinsen

Mitte Juli verabschiedete das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf mit dem Ziel, künftig besser vor hohen Dispozinsen zu schützen. Grundlage hierfür soll eine intensivere Information und Beratung durch Banken und Sparkassen sein.

Dispozinsen als Schuldenfalle vorbeugen

Wenn größere Anschaffungen anstehen oder der Kühlschrank unerwartet seinen Geist aufgibt und ersetzt werden muss, kann es schnell passieren, dass der Dispo in Anspruch genommen werden muss. Bei den aktuellen Dispozinsen, die regelmäßig um die 10 % liegen, kann dies schnell zu einer Schuldenfalle werden. Je länger das Konto in den roten Zahlen ist, desto schwerer wird es wegen der hohen Zinsen, die Schulden bei der Bank zurückzuzahlen.

Deswegen soll durch das neue Gesetz die Dispozinslage transparenter werden. Verbraucher sollen besser davor geschützt werden, in eine Situation der Überschuldung zu geraten. Im Gesetzentwurf steht, dass Kreditgeber ihre Zinssätze auf ihrer Internetseite veröffentlichen müssen. So sollen die Angebote der Banken leichter vergleichbar werden. Dies wiederum soll helfen, nicht auf unangemessen hohe Dispozinsen hereinzufallen. Und wenn jemand seinen Dispokredit über ein halbes Jahr hinweg durchschnittlich zu über 75 % in Anspruch nimmt, muss die Bank oder Sparkasse ein Gespräch über kostengünstigere Alternativen anbieten.

Eine Deckelung der Zinssätze, wie sie von Verbraucherschützern gefordert wird, ist in dem Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Ebenso gibt es weiterhin keine Verpflichtung, Kunden zu benachrichtigen, sobald der Dispo angesprochen wird ...

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