„Pflanzliches Antibiotikum“ ist irreführend

von Clemens Pfitzer

Was versteht man unter einem „pflanzlichem Antibiotikum“ und wer darf wofür damit werben und wer nicht? Das Oberlandesgericht Celle ist dieser Frage nachgegangen.

Ein Arzneimittelhersteller warb für eines seiner apothekenpflichtigen aber nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel mit der Aussage „pflanzliches Antibiotikum“ gegen Bakterien und Viren und gab im Rahmen weiterer auf der Internetseite zugänglicher Informationen unter der Überschrift „Anwendungsgebiete“ dessen vorbeugende Wirkung bzw. die seiner Inhaltsstoffe gegen Infekte an. Das Medikament ist zur Besserung von Beschwerden bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Bronchien, Nebenhöhlen und ableitenden Harnwege zugelassen.

Ein Verein der pharmazeutischen Industrie hielt diese Werbung für irreführend und ging gegen den Hersteller wegen seiner Werbung mit „pflanzlichem Antibiotikum“ vor.

Entscheidung des OLG Celle zum pflanzlichen Antibiotikum PhotoSGH / Shutterstock.com

Das OLG Celle (Urteil vom 09.07.2015 – Az. 13 U 17/15) beurteilte die Werbung als irreführend.

Ein rechtlich beachtlicher Teil der angesprochen Verbraucher verstehe die Bezeichnung „pflanzliches Antibiotikum“ dahin, dass es in einem umfassenden Anwendungsbereich ebenso wirksam sei, wie ein „klassisches“ verschreibungspflichtiges Antibiotikum ...

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