Kroatien will sich aus dem Schiedsgericht zurückziehen

von Thomas Lapp

Der Grenzkonflikt zwischen Kroatien und Slowenien sollte durch ein internationales Schiedsgericht beigelegt werden. Deutschlandfunk berichtet, dass die beteiligten Regierungen von Kroatien und Slowenien gerade dabei sind, die Chance zur Beilegung des Dauerstreits und zur friedlichen Lösung zu verspielen.

Beim Streit geht es um den Zugang von Slowenien zu internationalen Gewässern. Nach den Regeln steht Slowenien entsprechend dem Küstenverlauf ein Seegebiet zu, das an italienische und slowenische, nicht aber an internationale Gewässer grenzt. Ein wichtiges Thema also für das Land. Andererseits könnte Kroatien großzügig sein, da es ja aufgrund seiner langen Küste ein entsprechend großes eigenes Seegebiet hat. Es erscheint auch kaum realistisch, dass ein EU-Mitglied den Schiffen eines anderen EU-Mitglieds den Zugang zum Mittelmeer verwehrt.

Dennoch ist die Situation vertrackt. Schon zu Zeiten der gemeinsamen Zugehörigkeit zu Jugoslawien wurden Grundsteine für nachhaltige Verstimmung gelegt. Auch die Auseinandersetzungen im Zusammenhang der Trennung von Jugoslawien haben Verletzungen hinterlassen. Zuletzt haben die Verhandlungen zum EU-Beitritt zur Vertiefung der Spannungen beigetragen.

Eine auch in Mediationen nicht seltene Situation ist damit gegeben. Es gibt einen Konflikt in der Sache, der eigentlich überschaubar wäre. Dieser ist aufgeladen mit anderen Konflikten, die viel tiefer gehen, aber nicht so einfach in Positionen zu gießen sind, wie ein Grenzverlauf. Die sogenannte juristische Herangehensweise ist kaum geeignet, den Streit zu befrieden ...

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  • Slowenien und Kroatien - Weiter Uneinigkeit über die Seegrenze

    deutschlandfunk.de - 16 Leser, 1 Tweets - Die kroatische und slowenische Regierung haben gerade mal wieder eine mögliche Chance vertan, ihren Dauerstreit um die Seegrenze vor der Bucht von Piran beizulegen. Kroatien stieg aus dem internationalen Schiedsgericht aus, das den Streit beenden sollte. Die Menschen vor Ort wünschen sich den Frieden.

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