Die Bank überweist das Geld zu spät - welche Schadensersatzansprüche können daraus resultieren?

von JuraRat Redaktion

Fehlerhafte Überweisungen durch die Bank können mit weitreichenden Konsequenzen für die Kontoinhaber verbunden sein. Überweist die Bank die Geldbeträge zu spät, oder bleiben diese ganz aus, weil die Überweisung auf ein falsches Konto getätigt wurde, kann dieser Fehler den Zahlungsempfänger in große Bedrängnis bringen, wenn er zum Beispiel nicht in der Lage ist, seine Miete rechtzeitig zu zahlen, mit seinen Ratenzahlungen in Verzug gerät oder der Unterhalt für die Kinder ausbleibt.

Nicht nur im Privat-, sondern auch im Wirtschaftsleben ziehen falsche oder ausbleibende Überweisungen unangenehme Konsequenzen nach sich. Verträge sehen Konventionalstrafen oder Kündigungen vor, wenn geschuldete Zahlungen zu einem festgelegten Zeitpunkt ausbleiben. Die Banken führen täglich über 16 Millionen Überweisungen aus. Wo Menschen arbeiten, sind Fehler nicht auszuschließen. So kommt es immer wieder vor, dass Geldüberweisungen das Konto des Zahlungsempfängers nicht erreichen, dass die Beträge zu niedrig oder zu hoch ausfallen, oder dass die Geldbeträge auf dem falschen Konto landen. Für die betroffenen Bankkunden ist es wichtig, zu wissen, welche Ansprüche sie gegenüber ihrer Bank geltend machen können.

Seit die EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2009 die EU-Zahlungsrichtlinie Artikel 75 und 67 in nationales Recht umgesetzt haben, sind die Ansprüche der Bankkunden aufgrund fehlerhafter Überweisungen in den §§ 675y und 675z BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt. Die Neuregelung behandelt Leistungsstörungen, die aufgrund fehlerhafter, gekürzter, fehlgeleiteter, verspäteter oder gescheiterter Zahlungsvorgänge durch den Zahlungsdienstleister (Bank) zustande kommen. Dem Nutzer (Bankkunden) stehen aufgrund dieser Leistungsstörung verschuldensunabhängige Ansprüche gegen den Dienstleister zu ...

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