Der “Tanz der Teufel” und das Bundesverfassungsgericht oder Ein seltener Fall der Annahme einer Zensur

von RA Tobias Herrmann

Das BVerfG hat sich in einer Vielzahl mit Art. 5 GG befasst. Eine meiner Lieblingsentscheidung ist dabei: BVerfGE 87, 209 – Tanz der Teufel. Lieblingsentscheidung bereits deshalb, weil ich die nüchterne Inhaltsbeschreibung des damals sehr umstrittenen Horrorfilm durch den Senat so herrlich finde:

Der Film schildert den Besuch dreier Frauen und zweier Männer in einem im Wald gelegenen Wochenendhaus; dort werden sie durch unerklärliche Erscheinungen beunruhigt. Nach Abspielen einer auf Tonband gesprochenen Zauberformel verwandeln sie sich nacheinander bis auf einen von ihnen, nehmen Züge nichtmenschlicher Wesen an und verfolgen einander in Vernichtungsabsicht. Die noch nicht derart besessenen Personen erwehren sich der Angriffe, wobei die Besessenen schließlich getötet oder vernichtet werden. Das wird in drastischer Weise dargestellt.

Schön finde ich auch:

Der Senat hat sich den Film “Tanz der Teufel” in der vom Amtsgericht eingezogenen Fassung angesehen.

Aber auch das Urteil ist inhaltlich spannend. Hintergrund des Verfahrens war eine Einziehung des Films. Der Filmverleih hatte “Tanz der Teufel” noch nicht veröffentlicht, sondern sich bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) um eine Alterskennzeichnung “Nicht freigegeben unter 18 Jahren” bemüht ...

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