Silbentrennungen auch in Arbeits-zeugnissen zulässig

Teilweise müssen sich die Gerichte schon mit kuriosen Dingen befassen. So das LAG Baden-Würtemberg. Es hatte im Rahmen einer Zeugnisberichtigungsklage zu entscheiden, ob Mitarbeiter Anspruch auf Arbeitszeugnisse ohne Silbentrennungen haben.

Die Klägerin argumentierte im Rahmen ihrer Klage wie folgt:

Der Beklagte habe der Klägerin im Zeugnis bescheinigt, dass sie Texte jederzeit sicher, fehlerfrei und mit entsprechendem Schriftbild erledigt habe. Diese Aussage werde durch das vom Beklagten gewählte Trennungsschriftbild konterkariert. Das Zeugnis sei deshalb negativ und nicht berufsfördernd. Der Beklagte habe auch nicht dargestellt, warum er den Zeugnistext nicht ohne die Softwareaktivierung „Silbentrennung“ in seinem Textverarbeitungsprogramm durchgeführt und/oder mittels eines Blocksatzes (Ausrichtung des Textes am linken und rechten Rand, wobei bei Bedarf zwischen den Worten zusätzlicher Platz eingefügt werde) vorgenommen habe. Die Trennung „Korrespon-denz“ am Ende der letzten Zeile auf Seite 1 des erteilten Zeugnisses verstoße gegen das Gebot (wohl richtig: Verbot) der Silbentrennung über mehrere Textseiten hinaus, so wie es bei der Redaktion eines Textes durch einen Lektor auch beanstandet würde. Auch eine Trennung von mehreren Worten innerhalb eines Absatzes werde in der redaktionellen Praxis beanstandet und signalisiere mangelnde germanistische Qualität.

Das LAG folgte dieser Ansicht allerdings nicht und wies die Klage ab ...

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