Amazonhändler haften für UVP-Angaben von Amazon

von Sabine Heukrodt Bauer

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat entschieden, (Beschluss vom 24.04.2015, Az. 6 U 175/14), dass Marketplacehändler auf der Verkaufsplattform Amazon auch dann für fehlerhafte, unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) haften, wenn Amazon die Angaben allein einstellt hat und der Händler diese nicht selbst ändern kann.

Ein Händler hat über den Amazon Marketplace eine Uhr verkauft. Das Angebot wurde, wie bei Amazon üblich, unter einer ASIN (Amazon Standard Identification Number) gelistet und mit anderen Angeboten des gleichen Produkts zusammengefasst. Zu diesem Angebot stellte Amazon als Plattformbetreiber eine UVP-Preisangabe mit ein, auf die die Händler keinen Zugriff hatten, d.h. die sie nicht einstellen, ändern oder löschen konnten. Die Uhr im konkreten Fall war jedoch nicht mehr in den offiziellen Preislisten des Herstellers gelistet, so dass die UVP-Angabe fehlerhaft war.

Das OLG Köln hat nun entschieden, dass die Abmahnung eines Konkurrenten berechtigt war, da in der fehlerhaften UVP ein irreführendes Werbeangebot und damit ein Wettbewerbsverstoß gem. § 5 Abs. 1 Nr. 2 UWG zu sehen ist. Der Händler habe sich hier die von Amazon eingepflegten Angaben zum UVP zu Eigen gemacht und hafte daher auch selbst für diese Angaben ...

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