10 befristete Arbeitsverträge in 15 Jahren können zulässig sein

von Thorsten Blaufelder

Werden Arbeitnehmer zur Vertretung wegen Kinderbetreuung fast 15 Jahre lang immer wieder neu befristet eingestellt, kann der Beschäftigte deshalb noch nicht automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag beanspruchen. Die Befristung kann dann zulässig sein, wenn der Arbeitgeber von vornherein immer von einem zeitlich begrenzten Vertretungsbedürfnis ausgehen musste, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem aktuell veröffentlichten Urteil vom 29.04.2015 (Az.: 7 AZR 310/13).

Damit scheiterte ein Mann aus dem Raum Mannheim mit seiner Klage auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Der Kläger vertrat zwischen dem 01.11.1998 bis zum 31.08.2013 die stellvertretende Küchenleiterin eines städtischen Alten- und Pflegeheims. Die Frau fiel wegen der Geburt von drei Kindern, wegen einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung, Mutterschutz, Elternzeiten und Sonderurlaub aus. Der Kläger erhielt daher jedes Mal einen neuen befristeten Arbeitsvertrag. Insgesamt kamen so zehn befristete Arbeitsverträge zusammen.

Mit dem letzten Arbeitsvertrag meinte er, dass die Befristung unwirksam sei und er nun unbefristet eingestellt werden müsse. Der Arbeitgeber habe nach fast 15 Jahren mit der Rückkehr der stellvertretenden Küchenleiterin nicht mehr rechnen können. Außerdem habe der Frau kein Sonderurlaub zugestanden.

Das BAG hielt die Befristung jedoch für zulässig ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK