Sonntagsarbeit ist verboten! Echt, seit wann?

„Grundsätzlich ist es so, dass…“ – kennen Sie das? Spricht jemand so von Grundsätzen, sollte man auf der Hut sein. Denn im Klartext heißt das nichts anderes, als dass es Ausnahmen zum Gesagten gibt. Bei Gesetzestexten ist das so oder zumindest ganz ähnlich. Da erklärt ein Paragraf unmißverständlich, wie irgendwas ganz allgemein ist. Und dann befinden sich in den folgenden Absätzen haufenweise Ausnahmen dazu. Meist offen formuliert, häufig aber auch gut getarnt. Deshalb empfehlen wir übrigens auf Seminaren, aber auch in unserer Gesetzessammlung, einen Paragrafen besser immer bis ganz zum Ende zu lesen, selbst wenn man im ersten Satz schon eine glasklare Aussage gefunden hat. Am besten den Folgeparagrafen auch gleich lesen. In dem verbergen sich ebenfalls häufig fiese kleine oder größere Überraschungen. Das aber nur am Rande.

Es geht um die Sonntagsarbeit. Bei der ist das mit den Grundsätzen so ein Fall. Liest man den § 9 Absatz 1 Arbeitszeitgesetz, ist die Sache gebongt: „Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.“ Basta!

Wie kann es dann sein, dass das Statistische Bundesamt soeben meldet, der Anteil der Erwerbstätigen, die am Sonntag arbeiten, sei von 10 auf 14% gestiegen?

Speziell in Call-Centern könnte bald Schluss mit der Sonntags- und Feiertagsarbeit sein.

Zur Erinnerung: Es gibt aktuell 42,8 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. 14 Prozent davon sind immerhin ziemlich genau sechs Millionen! Ganz schön viele für eine so glas klare Regelung.

Der Grund liegt erwartungsgemäß in den schier unendlichen Ausnahmebestimmungen, die dem Gesetzgeber zum Verbot der Sonntagsarbeit eingefallen sind ...

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