Datenschutzpanne: Gemeinde stellt ihre Blitzerfotos versehentlich ins Internet

von Alexander Gratz

KarleHorn, Wikimedia Commons

Auf diesen Fall wurde ich durch einen Kommentar im Lawblog aufmerksam. Dort wurde am 12.06.2014 ein Link zu einem FTP-Server gepostet. Der Name des Servers (laut SSL-Zertifikat) entsprach dem einer hessischen Gemeinde, die eine PoliScan-Speed-Messanlage an ihrem Ortseingang (Messung in beide Fahrtrichtungen) betreibt. Allerdings war der Zugriff auf diesen Server, auf dem sich zahlreiche PoliScan-Speed-Messdaten aus dem Zeitraum April bis Juni 2014 befanden, weder durch die Angabe eines Benutzernamens oder Passworts geschützt und somit für jedermann, der die Adresse kannte, frei zugänglich, sodass auch die Messdaten heruntergeladen werden konnten. Kurze Zeit danach war der Server über das Internet nicht mehr erreichbar.

Dennoch konnte dank verschiedener Suchmaschinen, die den Server schnell “entdeckten”, später nachvollzogen werden, was sich darauf befand. Ähnlich wie Google Cache, das den Inhalt von öffentlichen Internetseiten auf eigenen Servern (zwischen-)speichert und den Benutzern der Suchmaschine den Zugriff auf die “Spiegelung” erlaubt - eine Zeit lang auch dann, wenn die Seite selbst nicht mehr existiert - gibt es spezielle FTP-Suchmaschinen (in diesem Fall: Filemare.com), die die Verzeichnis- und Dateistruktur auf öffentlichen FTP-Servern auslesen und speichern. Somit waren die Verzeichnisse und Dateinamen, die sich auf dem Gemeindeserver befanden, auch noch einige Wochen nach der Abschaltung ersichtlich. Ein Zugriff auf die Dateien selbst und ihren Inhalt ermöglichte Filemare.com (anders als Google) allerdings nicht.

Daraus ergab sich, dass sich auf dem Server mindestens 2 GB Daten in über 400 Dateien befanden; die meisten davon waren TUFF-Dateien (das Dateiformat von PoliScan-Speed-Messdaten), die auch die Messfotos enthalten ...

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