„Guru von Lonnerstadt“ und Partnerin müssen ins Gefängnis

von Thorsten Blaufelder

Aug 4

Meditation sollte die unheilbare Erkrankung Mukoviszidose bei einem Zwölfjährigen heilen. Weil der sogenannte „Guru von Lonnerstadt“ und seine Lebensgefährtin deren Sohn nicht die notwendige medizinische Behandlung haben zukommen lassen, ist die vom Landgericht Nürnberg-Fürth verhängte dreijährige Freiheitsstrafe nicht zu beanstanden, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Dienstag, 04.08.2015, (AZ: 1 StR 624/14). Die Verurteilung wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen sei rechtsfehlerfrei.

Nach den Feststellungen des Landgerichts war die 49-jährige und allein sorgeberechtigte Angeklagte 1999 mit ihrem damals zwölfjährigen, an Mukoviszidose erkrankten Sohn und zwei weiteren Geschwistern zu Gerhard L. gezogen. Dieser ist in den Medien als „Guru von Lonnerstadt“ bekanntgeworden. Der 55-jährige sieht sich selbst als „Lehrer der zeitlosen Weisheit“. Der Kontakt des Sohnes zum leiblichen Vater hatte das Paar strikt unterbunden.

Trotz der Mukoviszidose-Erkrankung des Jungen haben die Angeklagten ihm drei Jahre lang die notwendigen Medikamente und Behandlungen wissentlich vorenthalten. Sie überließen dem Jungen selbst die Entscheidung, ob er seine Therapie fortsetzen will oder nicht. Dem Zwölfjährigen war dabei laut Urteil des Landgerichts die Tragweite seiner Entscheidung nicht bewusst. Gerhard L ...

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