Unfall auf der Fahrt zum Auswärtsspiel: Kein Schadensersatz vom Verein

von Daniel Nowack

Ohne sie würde der Amateursport kaum Überlebenschancen haben: Tatkräftige Bekannte oder Eltern, die die Mannschaften ehrenamtlich begleiten. Zu den häufigsten Tätigkeiten gehört auch der Fahrdienst zum Training oder zu auswärtigen Sportveranstaltungen. Wenn hierbei jedoch etwas schief geht, stellt sich auch die Frage, wer für die Folgen haften muss. Dass der Verein der falsche Ansprechpartner ist, hat jüngst der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Was war passiert?

Die Parteien streiten um den Ersatz von Schäden, die die Klägerin bei einem Verkehrsunfall erlitten hat. Die Enkelin der Klägerin spielt in der Mädchen-Fußballmannschaft des beklagten Vereins. Die Mannschaft nahm am 9. Januar 2011 in B. an der Hallenkreismeisterschaft teil. Die Klägerin, die ihre Enkelin zu dieser Veranstaltung bringen wollte, verunfallte mit ihrem PKW auf der Fahrt nach B. und zog sich dabei erhebliche Verletzungen zu. Die A. Versicherungs-AG, bei der der Beklagte eine Sportversicherung unterhält, lehnte die bei ihr angemeldeten Ansprüche der Klägerin ab. Nach den Versicherungsbedingungen würden nur Vereinsmitglieder und zur Durchführung versicherter Veranstaltungen „offiziell eingesetzte“ Helfer Versicherungsschutz genießen; zu diesem Personenkreis gehöre die Klägerin jedoch nicht. Die Klägerin hat daraufhin den Beklagten auf Ersatz ihres materiellen und immateriellen Schadens in Anspruch genommen.

Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Auf die Berufung der Klägerin hat das Oberlandesgericht den Beklagten – unter Zurückweisung der Berufung bezüglich des begehrten Schmerzensgeldes – zur Zahlung von 2.811,63 € nebst Zinsen verurteilt.

Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 23.07.2015, Az.: III ZR 346/14, Volltext lag am 03.08 ...

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