Opferentschädigungsansprüche nach Verabreichung von Dopingsubstanzen?

von Ingo Julian Rösch

Mit Urteil vom 10.07.2015 – S 14 VE 3/11 – hat das Sozialgericht (SG) Magdeburg entschieden,

  • dass die Verabreichung von Dopingsubstanzen an eine minderjährige Hochleistungssportlerin in der ehemaligen DDR einen vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriff im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 1 Opferentschädigungsgesetz darstellt.

Nach dieser Vorschrift erhält,

  • wer infolge eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs gegen seine oder eine andere Person oder durch dessen rechtmäßige Abwehr eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat,
  • wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen auf Antrag Versorgung in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes.

In dem der Entscheidung das SG Magdeburg zugrunde liegendem Fall hatte die Klägerin, die zwischen ihrem 13. und 20. Lebensjahr in der ehemaligen DDR Hochleistungssportlerin war, geltend gemacht, ihre hochgradige Funktionseinschränkung der Hals- und Lendenwirbelsäule sei darauf zurückzuführen, dass man ihr in ihrer aktiven Zeit ohne ihr Wissen Dopingsubstanzen, z. B ...

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