Hab-keine-Lust-Modus

von Udo Vetter

In einem Betrugsverfahren waren dem Richter die Ermittlungen zu dünn. Er reichte die komplette Akte an die Staatsanwaltschaft zurück und fragte, warum so ziemlich Gott und die Welt befragt wurde – ein offensichtlicher Entlastungszeuge aber nicht.

Statt den Zeugen nun einfach zu vernehmen, schaltete die Polizei in den Hab-keine-Lust-Modus. Der Zeuge sei doch der Lebensgefährte der Angeklagten und der Vater ihrer Kinder. Weiter heißt es, die beiden seien bereits gemeinschaftlich in erheblichem Maße als Beschuldigte in Betrugsverfahren in Erscheinung getreten. Der Zeuge wurde also gar nicht zur Vernehmung geladen.

Dem Staatsanwalt, der ja „Herr des Ermittlungsverfahrens“ ist, kam es nicht in den Sinn, die zuständige Kriminalkommissarin darauf hinzuweisen, dass Zeugen auch dann Zeugen bleiben, wenn sie mit der Angeklagten liiert sind ...

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